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Persönliches


Schwester Karin hat in der Arztpraxis bei Dr. Gabriele Krause eine selbst gebastelte Spardose aufgestellt, ca. 100 € sind hierin gesammelt und gespendet worden.
Ähnliche Dosen stehen in der Arztpraxis von Dr. Martin Klein und im Sanitätshaus Klein, sie wurden bereits mehrmals geleert. Auch Familien sammeln Geld für unsere Stadtkirche in selbst gestalteten Sammelbüchsen. Bei Familie Martin S. wird z.B. immer, wenn es einen besonderen Grund zur Freude gibt, ein Geldstück in das „Freudentöpfchen“ getan. In einer anderen Familie hat man begonnen, jedes 50 Cent- Stück, das im Portemonnaie nach Hause getragen wird, zu sammeln, um es für die Außensanierung unserer Stadtkirche zu spenden.






Anfang 2013 fragte mich eine meiner Freundinnen, ob ich mich der Arbeitsgruppe die die Spenden für die Stadtkirche sammelt, anschließen möchte. Die Antwort war einfach – Ja, die Zeit zu finden war schwieriger.

Ich bin weder Evangelisch, noch bin ich als Architektin an der Sanierung der Stadtkirche beteiligt. Was hat mich eigentlich zu diesem einfachen –Ja – bewegt?

Ich werde oft gefragt, woher ich komme. (Man hört es nämlich, dass Deutsch nicht meine Muttersprache ist). Und jedes Mal wenn ich: „aus Neustrelitz“ antworte, schmunzeln die Leute. Meine Antwort ist aber nicht witzig gemeint. Woher komme ich eigentlich? Der Ort, in dem ich geboren wurde, hörte mit meinem 5. Lebensjahr auf zu existieren (es befindet sich am Grund eines Stausees). Meine Kindheit und die Schulzeit verbrachte ich an der Adriaküste. Da wohnen noch meine Eltern, ich aber seit dem 18-tem Lebensjahr nicht mehr. In den Studienjahren wohnte ich in Zagreb. Die ersten Ehejahre lebte ich in Schweden, und meine erste Berufsjahre in Schleswig-Holstein. Vor 16 Jahre zog ich nach Neustrelitz – und habe somit die längste Zeit meines Lebens in Neustrelitz verbracht.

Wenn Freunde und Familie über halb Europa zerstreut sind, reist man ziemlich viel. Beruflich bin ich auch oft unterwegs. Und jedes Mal auf der Rückreise, wenn ich den Kirchturm der Stadtkirche erblicke, weis ich, dass ich zuhause bin.

Dem J.F: Kennedy wird der Spruch zugeschrieben „Frage nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst!“

Und im diesem Sinne war auch meine prompte und selbstverständliche Antwort JA. Und die Zeit findet sich immer, wenn einem etwas am Herzen liegt.

Marija Andersson




„Zeit ist Geld“ sagt man.

Und Geld müssen wir haben, um unsere Stadtkirche zu sanieren.
Etwa 40 Mitstreiter/-innen, meist Rentnerinnen stellen sich in den Sommermonaten zur Verfügung um die Stadtkirche offen zu halten und um unsere Besucher (ca. 9000 in der Saison) zu empfangen und für Gespräche und Auskünfte bereit zu sein. Die Besucher füllten Spendenbüchsen für die Sanierung gut. So verwandelt sich unsere zur Verfügung gestellte Zeit in Geld.
Nicht zu unterschätzen sind die Gespräche und Begegnungen mit den Besuchern, die uns motivieren. Wir beteiligen uns gern an der großen Aufgabe, unsere Kirche zu erhalten, zu nutzen und unsere Stadt zu verschönern.

Im Namen der Helferinnen für die „Offene Kirche“

Ursel Klein




Wir unterstützen die Sanierung der Neustrelitzer Stadtkirche, denn wir freuen uns über jedes sanierte Haus. Zum einen, weil das Haus erhalten wird, zum anderen, weil es zur Verschönerung unserer Stadt beiträgt. Neustrelitz wird noch ansehnlicher, wenn auch unsere Stadtkirche eine freundliche Farbe bekommt.

Außerdem: Pastor Arnold Zarft hat sehr für den Erhalt der Bausubstanz unserer Stadtkirche gekämpft. Er würde sich über das sanierte Gebäude freuen und darüber, dass wir uns in seinem Sinn engagieren.

Sigrid und Werner Stegemann




"Warum machst du da mit?" fragen mich gelegentlich Freunde und Bekannte.

Daraufhin antworte ich für gewöhnlich, dass die Kirche zum Stadtbild gehört und ich mir das Stadtbild ohne die Kirche einfach nicht vorstellen kann und möchte. Ausserdem geht das Geld ja nicht sonstwohin, sondern wird für ein gutes Projekt hier in Neustrelitz eingesetzt.
Als letzten Punkt erwähne ich dann noch, dass diese drei Euro nichtmal einer Schachtel Zigaretten oder einer halben Kinokarte entsprechen und man doch für weit weniger sinnvolle Dinger oftmals weitaus mehr Geld ausgibt.

Der wirkliche Grund aber, warum mir die Erhaltung dieser Kirche am Herzen liegt, ist ein Anderer.


Meine Großeltern beim Kaffeetrinken in der Ruinen von Berlin
Im Laufe der NS-Zeit wurde es für jüdische Familien immer gefährlicher. Von anfänglicher Ausgrenzung und Belästigung bis zur Deportation und Ermordung. Meine Großeltern sahen sich von Monat zu Monat größeren Schikanen gegenüber und überlegten, wie sie ihre drei Kinder, darunter mein Vater, vor den Zugriffen der NS schützen könnten.
Da mein Großvater Salomon Jude, meine Großmutter Mena aber Christin war, sahen sie eine Möglichkeit, ihre Kinder nicht ungeschützt der Verfolgung auszuliefern. Diese bestand darin, die Kinder christlich taufen zu lassen, damit sie nicht als sog. "Gesinnnungsjuden" den Juden gleichgestellt wurden.
Es wurde in meiner Familie erzählt, dass meine Großeltern mit ihren Kindern an viele Kirchentüren klopften und um Hilfe baten, aber erst als sie in einer evangelischen Kirche in Berlin nachfragten, wurde ihnen geholfen und die Kinder getauft.

Durchaus also möglich, das ich nicht auf der Welt wäre, wenn meinen Großeltern damals in Berlin nicht geholfen worden wäre. Mein Großvater hat den Krieg schließlich im Lager überlebt. Andere Verwandte hatten nicht so viel Glück.

Mein Einsatz und meine drei Euro sind nur ein ganz bescheidener Beitrag für unsere Kirche aber für mich sind sie ein kleines Dankeschön an die mir unbekannten Menschen in der Kirche, in der mein Vater und seine Schwestern getauft wurden.

Jörg de Vries